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Aktuell
| Österr. Ingenieur und Architektenzeitschrift - Innovative Dienstleistungen | | 29.08.2011 13:48:32 |
Das niederösterreichische Familienunternehmen aus Hainfeld wurde 1954 von Hans Zöchling sen. gegründet. 1976 trat Johann Zöchling jun. in das Unternehmen ein und baute rund um die Hans Zöchling GmbH eine Unternehmensgruppe auf, die heute etwa 250 Mitarbeiter beschäftigt. Das Leistungsangebot reicht von der Rohstoffgewinnung über Transport, Erdbau, Hoch- und Tiefbau, Abbruch und Recycling bis hin zur Deponierung. Ein ganz besonderes Vorzeigeprojekt stellt die Reststoffdeponie in Mistelbach dar. Sie wurde im Jahr 2005 eröffnet und setzte mit dem 2009 realisierten Projekt "Schlackenaufbereitungs- und Verfestigungsanlage" einen weiteren großen Schritt in der Unternehmensgeschichte. Rückstände aus der thermischen Abfallbehandlung, werden mit modernster Technik aufbereitet und wertvolle Rohstoffe rückgewonnen. Die Metalle werden in weiterer Folge wieder dem Wirtschaftskreislauf zugeführt. Dadurch können erhebliche Mengen an Energie sowie C02 eingespart werden. In den nächsten Jahren wird sich die Unternehmensgruppe Zöchling weiterhin intensiv mit dem Thema Aufbereitung und Wiederverwertung beschäftigen. Denn Umweltbewusstsein ist ein zentraler Bestandteil ihres Denkens und überdies fordern die weltweiten Krisenherde, Wetter- und Umweltkatastrophen sowie die allgemeine Knappheit der zur Verfügung stehenden Rohstoffe einen bewussteren Umgang mit den natürlichen Ressourcen.
Quelle: Österr. Ingenieur und Architektenzeitschrift
| Das Optimum herausgeholt - Ergebnis der UVP Verhandlung | | 18.05.2011 19:15:41 |
MICHAEL PFABIGAN über das Ergebnis der UVP-Verhandlung - ganz ohne Bescheid.
Dass es Schöneres gibt, als eine Reststoffdeponie für gefährliche und nicht gefährliche Stoffe nicht einmal zwei Kilometer vor der Stadtgrenze, kann vorausgesetzt werden. Aber das war auch nicht die Frage, als in der Vorwoche die Entmetallisierungs- und Verfestigungsanlage für Reststoffe und eine Lagerhalle UVP-verhandelt wurde. Im Vorfeld hatten Gemeinde und Deponiebetreiber Hans Zöchling einen Vertrag geschlossen, in dem Zöchling weitgehend auf die Einwände von Gemeinde und Bürgerinitiative eingeht. Die Gemeinde verzichtet ihrerseits auf Einsprüche, ist ein positiver Bescheid erst mal ausgestellt.
Klar, sie hat ja dann eigentlich alles Geforderte erreicht. Den Bescheid weiter bekämpfen kann und wird die Bürgerinitiative und hoffen, dass sie so etwas erreicht. Und am Beispiel Geoterra zeigt sich, dass dieser Kampf lange dauern kann.
Auch wenn diese Vorgangsweise im Mistelbacher Gemeinderat ganz und gar nicht geplant war: Mit dieser zwei-Fronten-Taktik haben die Mistelbacher vermutlich das Optimum herausgeholt. Gegen die Deponie selbst hätten sie schon vor sechs Jahren aufstehen müssen.
Quelle: NÖN Mistelbach
| Ein Vertrag vor der UVP | | 18.05.2011 19:11:28 |
In der Vorwoche wurden die Entmetallisierungsanlage (im Bild) und die Verfestigungsanlage UVP-verhandelt. Die Bürgerinitiative gegenGIFT kündigt schon jetzt einen Einspruch gegen den Bescheid an.
DEPONIE ZÖCHLING / Der Gemeinderat beschloss einen Tag vor der UVP zivilrechtliche Vereinbarung mit Deponiebesitzer, Gegner des Projektes werden Fall beeinspruchen.
MISTELBACH / Das Verfahren um die Umweltverträglichkeitsprüfung rund um die Genehmigung der Entmetallisierungsanlage und Verfestigungsanlage bei der Reststoffdeponie Zöchling zwischen Wilfersdorf und Mistelbach, nicht einmal zwei Kilometer vor den Toren der Stadt, ging mit der öffentlichen Anhörung zum Verfahren am 11. Mai in sein Finale. Tags zuvor hatte der Mistelbacher Gemeinderat zweieinhalb Stunden lang seine weitere Vorgangsweise beraten.
Deponiebetreiber änderte kurzfristig das Projekt
Die Anhörung. Ruhig, unaufgeregt, sachlich. So lässt sich die Anhörung zur UVP in Saal des "Hauses der Wirtschaft" am Mittwoch zusammenfassen: Vorsitzender Paul Sekyra führt ein gewohnt strenges Regiment, eine Freude war es, den beiden Anwälten der Bürgerinitiative gegenGIFT Martin Eisenberger und der Deponie Zöchling Katharina Huber-Medek, beide Experten im Abfallrecht, zuzuhören. Grobe Beanstandungen der Sachverständigen am Projekt gab es nicht, einzig bei der Liste der zu behandelnden Substanzen wurde eine ganze Reihe wegen Explosionsgefahr gestrichen. Die Deponie Zöchling hatte zuvor ca. 30 weitere Substanzen aus der Schadstoff-Liste entfernt. Zu Beginn der Verhandlung reagierte Deponiebetreiber Hans Zöchling und änderte das Projekt in mehreren Punkten ab: Die Behandlungskapazität wurde von 390.000 Tonnen jährlich auf 250.000 Tonnen reduziert, davon sollen max. 90.000 Tonnen in der Verfestigungsanlage verarbeitet werden, der auf 250.000 Tonnen fehlende Rest in der Entmetallisierungsanlage. Wie bereits erwähnt wurde auch der Abfallarten-Katalog reduziert: "Wir sind in uns gegangen und haben auf die Kritik reagiert", meinte Zöchling-Anwältin Katharina Huber-Medek. Konkretisiert wurde auch die Laufzeit der beiden neuen Anlagen: Sie sollen sich an jener der Deponie orientieren. "Wir haben versucht, auf die Einwände der Kritiker einzugehen", meint Huber-Medek. Eine Abfuhr beim Verhandlungsleiter holten sich die Gegner allerdings beim Thema Verkehr: Die Verladung am Lokalbahnhof, mitten im besiedelten Gebiet und der Transport quer durch die Stadt sei nicht Sache des Projektes. Sämtliche Bedenken hinsichtlich Anrainerschutz von Stadtgemeinde und Bürgerinitiative wurden ohne Verhandlung vom Tisch gewischt. Mittelfristig könnte die Verkehrsproblematik durch den Bau der Spange Mistelbach zwischen A5 und der B40 von der Autobahn her für Wilfersdorf und der Umfahrung Mistelbach für Mistelbach gelöst werden. Denn dann kann die Stadt ein Lkw-Fahrverbot verhängen. In der Vorwoche wurden die Entmetallisierungsanlage (im Bild) und die Verfestigungsanlage UVP-verhandelt. Die Bürgerinitiative gegenGIFT kündigt schon jetzt einen Einspruch gegen den Bescheid an.
Vertrag wurde von ÖVP und LaB-Stadtrat beschlossen
Die Gemeinderatssitzung. Einstimmig beschlossen wurden am Tag vor der Verhandlung vom Gemeinderat die Einwände gegen das Projekt mit allen Forderungen der Stadtgemeinde, nur mit den Stimmen von ÖVP und LaB-Stadtrat Josef Wallisch wurde der privatrechtliche Vertrag zwischen der Stadtgemeinde Mistelbach und Deponiebetreiber Hans Zöchling beschlossen, in dem sich dieser zu weitgehenden Selbstbeschränkungen verpflichtet. Allerdings, und das störte SPÖ, Bürgerliste und FPÖ an dem Vertrag: Die Stadt verzichtete darin auch auf das Recht, gegen einen positiven Bescheid zu berufen. Was steht sonst noch in dem Vertrag? Die Gemeinde unterstützt die Deponie bei ihren Versuchen, ein Anschlussgleis für die Deponie zu bekommen, damit die angelieferten Substanzen nicht mehr mitten in der Stadt umgeladen werden müssen. Ab jenem Zeitpunkt, an dem die ÖBB grünes Licht für die Errichtung gibt, verpflichtet sich die Deponie Zöchling binnen eines Jahres das Gleis zu bauen. Bis es so weit ist, sollen nur jene Mengen an Reststoffen via Bahn geliefert werden, die vom Gesetz gefordert werden, um den Verkehr in der Stadt möglichst gering zu halten. Die Gesamtverarbeitungsmenge in der Entmetallisierungs- und Verfestigungsanlage soll auf 250.000 Tonnen jährlich begrenzt werden, die Schlüsselnummern-Liste wurde reduziert. Transporte der Reststoffe durch die Stadt sollen künftig nur noch in mit Planen abgedeckten Lkws erfolgen, das Ladegut soll zum Schutz vor Staubentwicklung befeuchtet werden. Geregelt ist auch die Lebensdauer der beiden Anlagen: Wird die Deponie geschlossen, werden Anlagen und Gebäude binnen eines Jahres abgebaut. Und: Regelmäßig soll es chemische Analysen der verarbeiten Substanzen geben, vor allem des aufsteigenden Dampfes bei den Transporten, die Ergebnisse sollen der Gemeinde unaufgefordert vorgelegt werden. Deponiebesitzer Hans Zöchling hatte diesen Vertrag schon vor der Sitzung unterschrieben. Kritik an dem Vertragswerk kam nicht nur wegen der Aufgabe des Einspruchsrechtes: Bürgerlisten-Gemeinderat Reinhard Neubauer fehlte auch ein Bestrafungspassus bei Nichteinhaltung der Bestimmungen, jeglicher Kritik hielt Gemeinderat Alfred Weidlich (ÖVP), Wortführer in der Diskussion entgegen: "Ich bin überzeugt, dass die Anlage, wie sie ist, genehmigt wird. Mit allem Plimmel-Plammel!"
Bürgerinitiative wird auf jeden Fall berufen
Reaktionen. Dass es so kommen wird, daran zweifelt keiner. "Jetzt können wir nur auf den Bescheid warten", meint Anita Brandstetter, Fraktionsobfrau der Bürgerliste "Liste aktiver Bürger" und Mitglied der Bürgerinitiative gegenGIFT: "Und ja, wahrscheinlich werden wir gegen diesen Bescheid berufen!" Für Roman Rusy, Sprecher der Firma Zöchling wird es spannend, welcher Bescheid erlassen wird: Einer, bei dem Einsprüche aufschiebende Wirkung haben oder nicht
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